Vier Stunden in der Woche. Mehr Polizeipräsenz gibt es auf Pellworm derzeit nicht. Jeden Dienstag kommen zwei Beamte aus Husum auf die Nordseeinsel, fahren Streife, nehmen Anzeigen entgegen und stehen für Fragen zur Verfügung. Danach geht es zurück aufs Festland. Die Polizeistation auf Pellworm ist vorübergehend unbesetzt. Die Regelung gilt bis auf Weiteres. Die Telefonnummer der Polizeistation Pellworm wurde zum mit Auto und Fähre etwa zwei Stunden entfernten Polizeirevier Husum umgeleitet. Für dringende Notfälle bleibt der Notruf 110 erreichbar. Warum der Ein-Mann-Posten derzeit unbesetzt ist und wann er wieder besetzt wird, teilt die Polizei nicht mit. Sie spricht lediglich von einer vorübergehenden Einschränkung. Dabei betrifft die Maßnahme nicht nur die knapp 1200 Einwohner der nordfriesischen Insel. Pellworm zählt zu den bekannten Urlaubszielen im Wattenmeer. Nach Angaben des Tourismusservices wurden im vergangenen Jahr mehr als 33.700 Gästeankünfte registriert. Zusammen sorgten die Besucher für rund 200.000 Übernachtungen. Auf der Insel stehen etwa 2000 Gästebetten zur Verfügung und damit deutlich mehr Schlafplätze für Urlauber als Einwohner. Dass Pellworm vergleichsweise ruhig ist, bedeutet nicht, dass die Polizei dort nichts zu tun hätte. Die Arbeit reicht von Verkehrsunfällen und Nachbarschaftsstreitigkeiten bis zu Betrugsdelikten. Auch moderne Kriminalitätsformen wie Telefon- und Schockanrufe machen vor den Deichen nicht Halt. Gleichzeitig kennen viele Bewohner ihren Ansprechpartner bei der Polizei persönlich. Anders als in Städten ist die Polizei auf der Insel Teil des alltäglichen Lebens. Umso ungewöhnlicher ist die aktuelle Situation. Normalerweise wird der Polizeiposten auf Pellworm von einem einzelnen Beamten besetzt. Nun übernehmen Kollegen vom Festland. Jeden Dienstag zwischen 9.30 und 13.15 Uhr sind sie auf der Insel anzutreffen. Außerhalb dieser Zeiten läuft die Betreuung über das Polizeirevier Husum.